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Freitag, 05 Oktober 2018

«Leinwand»

«24 Hour Party People» (R: Michael Winterbottom, GB/F/NL/2002)

«24 Hour Party People» erzählt anekdotisch wuchernd von der Undergroundszene im postindustriell-grauen Manchester/Madchester, von Punk, Joy Divison, dem Hacienda-Club, Rave, Querulanten und wilden Stilmixen.

Manchester, 1976: Alles beginnt mit einem Konzert der noch unbekannten Sex Pistols vor gerade mal 42 – allerdings sehr begeisterten – Leuten. Von diesem musikalischen Ereignis inspiriert, gründet Ian Curtis kurz darauf seine Band Joy Division, die der Impresario und Gerade-noch-Fernsehmoderator Tony Wilson (Steve Coogan) unter Vertrag seines neu gegründeten Labels «Factory Records» nimmt. In Wilsons später legendärem Club Hacienda entsteht eine neue Partykultur: Die anfängliche Mischung aus Rock und Soul weicht den ersten Housetracks aus Chicago und einem psychedelischen Elektrosound der lokalen Musikszene, genannt «Madchester». So unterschreibt Shaun Ryder mit den Happy Mondays – einer ihrer Songs gab dem Film seinen Titel – Anfang der Achtzigerjahre beim Plattenlabel des rührigen Querulanten/Querdenkers Wilson. Michael Winterbottom setzt mit seinem furiosen Film ganz auf die stilbildende Musik von Joy Division, New Order oder den Happy Mondays und wildert ähnlich unbekümmert-frech durch die reichen Anekdotenschätze, wie es die Musik selbst tut. Winterbottom rekapituliert diese höchst produktive Phase von Manchesters Musikszene zwischen 1976 und 1992 und brennt dabei ein Feuerwerk filmischer Einfälle ab. «24 Hour Party People» ist eine wilde Collage aus Spielszenen, Dokumentarmaterial, Film im Film, fliegenden Untertassen und Cameo-Auftritten bekannter Musiker. Der Magen sieht mit: Auch diesmal gibts zum Film was Passendes zu essen – und die Party folgt sogleich (s. unten).

20:00 20:45 23:00 Eintritt frei ab 16 J. TapTab 24 Hour Party People Trailer (Youtube)
«24 Hour Party People» (R: Michael Winterbottom, GB/F/NL/2002)